E-Commerce: Kaufverhalten von Unterhaltungselektronik im Wandel

Camcorder, Digitalkameras, MP3-Player und Co werden online stärker geordert, als bisher angenommen - Tendenz steigend. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Erhebung des Branchenverbandes BITKOM. Für den stationären Fachhandel bedeutet dies eine enorme Herausforderung in den Vertriebs- und Handelstrukturen.

em BITKOM zufolge kaufen die Deutschen Unterhaltungselektronik nach wie vor am liebsten in großen Elektronikmärkten und im Fachhandel. Der repräsentativen BITKOM-Befragung nach bevorzugen fast 50 Prozent die großen Märkte und 38 Prozent die mittelständischen Fachhändler. Aber bereits 17 Prozent der Deutschen (12,7 Millionen) kaufen Fernseher, Digitalkameras und Co. inzwischen vorzugsweise im Internet. Sechs Prozent nutzen Lebensmitteldiscounter. Studien zu Beginn des ECommerce-Zeitalters prognostizierten, dass in der Spitze etwa acht bis 15 Prozent der Bevölkerung ihre Unterhaltungselektronik im Netz kaufen. "Die neuen Daten deuten auf eine deutlich stärkere Verschiebung in den Vertriebs- und Handelsstrukturen in den nächsten Jahren hin", resümiert BITKOM-Vizepräsident Achim Berg.

Die Studienergebnisse zeigen zudem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Fast jeder vierte Mann kauft Unterhaltungselektronik am liebsten im Netz, aber nur jede zehnte Frau. Bei Männern zwischen 25 und 29 Jahren ist das Internet sogar die beliebteste Einkaufsquelle. Frauen bevorzugen demgegenüber die klassischen Einkaufmöglichkeiten im Fachhandel oder Elektronikmarkt.

Die mittelständischen Fachhändler fordert Achim Berg daher auf, sich stärker dem Geschäftsfeld Heimvernetzung zu öffnen. Denn der BITKOM erwartet in Deutschland für die kommenden Jahre eine ähnlich stürmische Entwicklung wie in den USA. In Übersee werden mit der Heimvernetzung von Unterhaltungselektronik derzeit rund acht Milliarden Dollar pro Jahr umgesetzt. "Hier kann der Fachhandel mit seiner Beratungskompetenz punkten", erklärt Berg. Das Ziel der Kosumenten lautet: "Filme, Fotos und Musik jederzeit, an jedem Ort und mit jedem Endgerät sehr einfach verfügbar zu machen, so Berg. Dieser Trend wird die Unterhaltungselektronik laut BITKOM in den nächsten Jahren massiv beeinflussen. Ähnlich wie in den USA werden neue Geschäftsmodelle entstehen, die sich auf die Beratung und Installation der Heimvernetzung spezialisieren. Die Befragung wurde von Techconsult im Auftrag des BITKOM durchgeführt. Dabei wurden im Juni 2009 Tausend Personen repräsentativ befragt. Mehrfachnennungen waren möglich. (SUR)

Quelle: iBusiness Newsletter vom 21.07.2009